Alex Schweder: "Slowly Ceiling", 2013

Alex Schweder

Vita

Alex Schweder arbeitet mit Architektur und Performance. Mit ihnen verkompliziert er den Unterschied von besitzendem Subjekt und besessenem Object. Bedeutende Arbeiten: Practise Architecture, Tate Britain, Flatland im Sculpture Center, New York, Seine Form folgt Deiner Performance bei Magnus Müller in Berlin, Sac of Rooms All Day Long im Museum of Modern Art, San Francisco, Gegengewicht Mitbewohner im Scope, Basel, Roomograph im deCordova Museum, Cordoba, The Rise and Fall anlässlich der Bienale in Marrakesch, das Hotel Rehearsal bei der Biennial of the Americas, Denver, In Orbit im Boiler in Brooklyn und Wall to Wall Floor to Ceiling at theTel Aviv Museum of Art.

Seine Projekte wurden von den Pollack Krasner und Graham Foundations gefördert, er war dreimaliger Artist in Residence der Chinati Foundation und Stipendiat der American Academy in Rom. Schweder war Gastprofessor am Southern California Institute of Architecture, am Pratt Institute und am Institut für Kunst und Architektur, Wien und die Architectural Assosciation, London.

Slowly Ceiling

aufblasbare Struktur, 2013 (derzeit im Museum ausgestellt)

Schweders aufblasbare Konstruktion wurde erstmals 2013 auf der Architektur Triennale in Lisabon gezeigt. Sie fand ihre neue Heimat im Kranich Museum. Slowly Ceiling experimentiert – gleich den anderen sich bewegenden Konstruktionen des Künstlers – mit den körperlichen Begegnungen von Besuchern mit dem Kunstwerk sowie miteinander. Das geschieht, indem 2 ausgewählte Besucher kraft eines in einem schwarzen Teppich verborgenen Inflatables aus dem Raum gehoben werden. Während diese zwei Formen verschmelzen, klappen die zwei Sofas im Zentrum nach hinten bis sie auf ihrer Rückseite liegen. Jetzt bilden sie ein Bett, auf dem die beiden einzigen im Raum Verbliebenen die unerwartete Nähe zu einer fremden Person erleben.

Gefaltete Starenschwärme

Video Installation, 2006 (derzeit im Museum ausgestellt)

EUR, eine südliche Vorstadt von Rom, geplant, aber nur teilweise von Mussolini fertiggestellt, um das faschistische Italien zu feiern, bildet die Kulisse für zehntausende von Staren, die hier zur Dämmerung in den Wintermonaten nieder gehen. Die unbearbeitete Projektion des Künstlers über 4 Projektoren erfasst einen Abend dieses Phänomens der Starenschwärme. Er “faltet” einen einzigen Bildablauf in einen quadratischen Raum. Der Flug der Stare bewegt sich vom Vordergrund zum Hintergrund durch die Bewegung des Bildes von einer Wand zur nächsten.

Warten auf die Kraniche

2011 (derzeit im Park ausgestellt)

Das Warten auf die Kraniche versetzt den Betrachter in den Zustand des Wartens, des Zustandes vor der Erfüllung seines Wunsches. Er wünscht sich, den flüchtigen Kranich zu sehen. Die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, den Vogel anzulocken, und um dem Betrachter einen Zielpunkt zu geben, dafür wurde ein Maisfeld gegenüber dem Gutshaus gepflanzt. Der Besucher kann auf einem der beiden Stühle am Fenster Platz nehmen und aufmerksam warten. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird jedoch der Kranich in der Zeit des sitzenden und beobachtenden Besuchers nicht erscheinen. Der Künstler hingegen sieht das Erwarten und die innere Beschäftigung mit dem Kranich als eine reichere Erfahrung an, als den Kranich in Wirklichkeit zu sehen.