Emma Waltraud Howes, Kai Meyer: "Du tust mir nichts zuleide", 2011
Emma Waltraud Howes, Kai Meyer: "Du tust mir nichts zuleide", 2011
Emma Waltraud Howes, Kai Meyer: "Du tust mir nichts zuleide", 2011

Emma Waltraud Howes

Vita

In ihren prozessorientierten Forschungsprojekten behandelt Emma Waltraud Howes Fragen der Sicherheit, Sichtbarkeit und Grenzüberschreitung. Sie arbeitet mit den Medien Skulptur, Zeichnung und Video und kombiniert sie in ihren Live Performances und interdisziplinären Installationen. Ihre Werke sind maßgeblich beeinflusst durch ihren ehemaligen Beruf als Tänzerin. Ihre Projekte sind choreographierte multiple Rekonfigurationen des Körpers, geleitet von Beobachtungen von Gestik und der Geschichte ihrer Entstehung.

Emma Waltraud Howes absolvierte ein BFA-Studium am Emily Carr Institue of Art and Design, Vancouver BC, sowie einen MFA Studiengang an der Concordia University, Montreal, QC. Sie hatte ein Forschungsstipendium an der Bauhaus Universität in Weimar, eine Residency des Québec Arts Council im Künstlerhaus Bethanien, Berlin. Sie lebt und arbeitet in Berlin. In ihrem Werk sind es "Wesen", hervorgehobene Subjekte, die dazu dienen, in Dysfunktionen einen Sinn zu sehen. Der Rahmen für diese Elemente ist ein Ausgleich des Körper-Geist Dualismus, ein optimistischer Vorschlag für eine schrittweise Annäherung. Emma W. Howes stellt international aus, Einzelausstellungen: Dare-Dare, 3e imperial (Québec), Gruppenausstellungen: The Nunnery (London), Joyce Soho (NYC), Goldrausch Künstlerinnenprojekt Art IT (Berlin).

Ausstellungen unter Anderen: „New-Remembering“, C3 Contemporary Art Space, Abbotsford (2016); „How Far is Here“, MAGO, Eidsvoll (2015); „Ankyloglossia (n- tongue-tie)”, Künstlerhaus Bethanien, Berlin (2014); “Performance Proletarians”, Magasin-Centre National d’Art Contemporain de Grenoble, Frankreich (2014); “Link & Pin: Participation”, Hub 14, Toronto (2013) und “Choreographing Digital Embodiment”, Architectural Association, London (2013).

Du tust mir nichts zuleide

zusammen mit Kai Meyer, HD Videoinstallation, 2011 (derzeit im Museum ausgestellt)

Du tust mir nichts zuleide versucht mit Hilfe der Kostümierung eine Verbindung zwischen Mensch und Tier herzustellen. In Anlehnung an Techniken der Kranich-Aufzucht bietet das Werk einen Einblick in die Arbeit eines Menschen mit zwei Kranichköpfen. Der Betrachter soll dazu angeregt werden, sich mit der Evolution des Kranichs sowie seinen körperlichen Fähigkeiten und Grenzen auseinanderzusetzen. Im Spiel mit den Ähnlichkeiten und Unterschieden menschlicher und tierischer Physiologie möchte „Du tust mir nichts zuleide“ durch Nachahmung und Propriozeption einen Prozess des Verstehens einleiten.

Kranich Erziehungskostüm

Kostüm, 2011 (derzeit im Museum ausgestellt)

Kraniche können sich schnell auf menschlichen Kontakt einstellen. Um sie aufzuziehen, verkleiden sich die Züchter als Kraniche, um von den Küken als Elternteil angenommen zu werden. Diese Technik ist notwendig, um die jungen Kraniche auf ihr späteres Leben in der Wildnis vorzubereiten. Das Kostüm besteht aus einem weiten, weißen Umhang sowie aus einer Kapuze und einer Maske. Hinzu kommen Kranich-Köpfe aus Holz oder Pappmaché, die den jungen Vögeln Futter geben und sie zum Fliegen, Balzen und Fortziehen stimulieren sollen.